Schützensilber - Orden

Die Verleihung von Orden und Ehrenzeichen hat im Schützenwesen eine jahrhundertealte Tradition. Nahezu alle Schützengesellschaften, ‑bruderschaften und ‑vereine vergeben bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen oder als Ehrung wie Auszeichnung besondere Ehrenzeichen. Diese weisen eine schier unüberschaubare Vielfalt an Ausgestaltungen, Verleihungspraktiken und Trageweisen sowie Symboliken auf. Sie sind von den staatlichen und staatlich anerkannten Orden und Ehrenabzeichen abzugrenzen, haben mit diesen jedoch gemein, dass sie dem jeweiligen Träger als öffentlich sichtbare Anerkennung dienen sollen.

Auch die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen verleiht eine Reihe von Orden, die vor allem zu den Festveranstaltungen rund um die Lantershofener Kirmes getragen werden.

Im Vergleich zu vielen anderen Schützenvereinigungen, bei denen häufig bereits eine bloße Mitgliedschaft erste Auszeichnungen mit sich bringt, verleihen die Lantershofener Schützen nur eine sehr begrenzte Anzahl von Ehrenzeichen. Ausgezeichnet werden ausschließlich Mitglieder und ehemalige Mitglieder der Junggesellenschützen, die das Amt des Hauptmanns oder des Schützenkönigs innehatten. Orden für die Ausübung anderer Ämter oder für besondere Verdienste werden nicht verliehen. Allen Lantershofener Schützenorden gemeinsam ist, dass sie als Ansteckmedaillen ausgefertigt sind, die an gehobener Kleidung auf der linken Brust getragen werden. Die Geschäftsordnung der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft untersagt ihren eigenen Mitgliedern und den Mitgliedern der Bürgervereinigung Lantershofen, auf ihren Veranstaltungen Orden und Ehrenzeichen zu tragen, die nicht durch die Lantershofener Junggesellenschützen verliehen wurden. Die Verleihung neuer Orden erfolgt stets im Rahmen der Lantershofener Kirmes auf dem Festkommers am Kirmesmontag.

Hauptmannsorden

Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

hauptmann

Inschrift:
"SCHUTZPATRON VON LANTERSHOFEN / UND PATRON DER JUNGGESELLENSCHÜTZEN"

Symbolik:
Dunkelgrünes Querband
Weinrebe mit Weinblatt
Siebeneck, spitz zulaufend
Heiliger Lambert von Maastricht

Der protokollarisch rangniedrigste – obwohl vergleichsweise selten verliehene – Orden der Lantershofener Junggesellenschützen ist der Hauptmannsorden. Er wird an jeden ehemaligen Hauptmann der Junggesellenschützen verliehen. Seine Verleihung erfolgt auf dem ersten Festkommers nachdem ein Hauptmann sein Amt niedergelegt hat. Die Übergabe, gemeinsam mit einer Urkunde, erfolgt durch den Amtsnachfolger. Ehemalige Hauptleute der Gesellschaft werden als Ehrengäste zur Weihnachtsfeier der Gesellschaft sowie zu verschiedenen weiteren Festveranstaltungen eingeladen. Sie sind geborene Mitglieder der Vorstandsgebenden Versammlung der Bürgervereinigung Lantershofen. Derzeit gibt es 20 Träger dieses Ordens.

Der Hauptmannsorden hat eine nach unten spitz zulaufende, siebeneckige Grundform und besteht aus versilbertem Messing. Sein Hauptmotiv zeigt den Heiligen Lambert von Maastricht in einer Darstellung mit Bischofsgewand, Mitra, Bischofsstab und Buch. In einem Nimbus ist halbrund die Beschriftung „Sankt Lambertus“ eingefügt. Eine Umschrift am Rand des Ordens in vergoldeten Buchstaben lautet: „Schutzpatron von Lantershofen und Patron der Junggesellenschützen“. An der Oberseite des Ordens befindet sich die Darstellung einer Weinrebe und eines Weinblattes. Zwar gibt es mittlerweile keine Weinberge in der Gemarkung Lantershofen mehr, historisch spielte der Weinbau jedoch noch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wirtschaftlich wichtige Rolle im Ort. Auch heute wird von einigen Lantershofenern – zumindest im Nebenerwerb – noch Weinbau betrieben. Zahlreiche Lantershofener Königsschilde, vor allem jene aus älterer Zeit, verwenden daher ebenfalls die Weinrebe als Motiv. Der Orden wird an einem dunkelgrünen Querband getragen.

 

Königsorden
s

Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

hauptmann

Alter Königsorden:

Inschrift:
"J.G.SCHÜTZENGESELLSCH. ST. LAMBERTUS / LANTERSHOFEN"

Symbolik:
Grünweißes Querband
Achteck
Heiliger Lambert von Maastricht

Pferdekopf

koenig neu

Neuer Königsorden:

Inschrift:
"JUNGGESELLENSCHÜTZENKÖNIG ST.LAMBERTUS / LANTERSHOFEN"

Symbolik:
Grünweißes Querband
Blankhartswappen
Achteck
Heiliger Lambert von Maastricht

Der protokollarisch viertrangige Orden der Junggesellenschützen ist der Königsorden. Er ist das am häufigsten verliehene Ehrenzeichen der Gesellschaft. Seine Verleihung erfolgt jährlich an den jeweils amtierenden Schützenkönig. Ehemalige Schützenkönige der Gesellschaft werden zu verschiedenen Festveranstaltungen als Ehrengäste geladen. Derzeit leben 53 Träger dieses Ordens. Der Königsorden existiert als einziger Orden in zwei verschiedenen Ausführungen. Bis 2012 wurde der Königsorden in seiner alten Form verliehen, im Jahr 2013 entschied sich der Vorstand der Gesellschaft, eine Neustiftung des Ordens mit gestalterischen Überarbeitungen vorzunehmen.

Die Grundform der beiden Königsorden ist achteckig, sie bestehen aus versilbertem Messing. Der alte Königsorden trägt die Umschrift: „J[ung] G[esellen] Schützengesellsch[aft] St. Lambertus Lantershofen“. Er zeigt den Heiligen Lambert von Maastricht mit Bischofsstab, Mitra und Ornat in einer stark schematisierten Darstellungsform. Neben dem Heiligen Lambert ist ein Pferdekopf abgebildet. Dieser ist der Helmzier des Wappens der Grafen von Blankart entlehnt. Die reichsgräfliche Adelsfamilie von Blankart war in der Zeit des ausgehenden Mittelalters und zu Beginn der Frühen Neuzeit der wichtigste Grundherr in der reichsunmittelbaren Herrschaft Lantershofen gewesen.

Der neue Königsorden zeigt als Hauptmotiv ebenfalls den Heiligen Lambert, jedoch in anderer Darstellungsform. Als Motiv gewählt wurde die Lambertusfigur in der Lantershofener Kirche. Sie zeigt den Heiligen mit Bischofsgewand, Mitra und Bischofsstab. Der Bischofsstab in der rechten Hand des Heiligen ist gleichzeitig auch eine Lanze, die Waffe, mit welcher Lambertus ermordet worden sein soll. In der anderen Hand hält er ein Modell der Lantershofener Kirche. Die Umschrift des Ordens wurde in „Junggesellenschützenkönig St. Lambertus Lantershofen“ geändert. Der Bezug zu den Grafen von Blankart ist hier durch den an der Oberkante des Ordens aufgesetzten Wappenschild der Blankarts, der einen Schusterhammer zeigt, realisiert. Im Gegensatz zum alten Orden ist der neue zusätzlich helloxidiert und poliert. Beide Orden werden an einem grün-weißen Querband getragen. 

Silberjubilarsorden
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Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

silber

Inschrift:
"· 25 JAHRE · / JUNGESELLENSCHÜTZENKÖNIG / ST. LAMBERTUS / LANTERSHOFEN"

Symbolik:
Grünweißes Längsband
Rund
Blankartswappen


Der protokollarisch drittrangige Orden ist der Silberjubilarsorden. Er wird zum 25. Jubiläum der Verleihung des Königsordens vergeben. Inhaber dieses Ordens sind geborene Mitglieder der Vorstandsgebenden Versammlung der Bürgervereinigung Lantershofen. Derzeit sind 29 Personen berechtigt, diesen Orden zu tragen.

Der Orden ist rund und besteht aus versilbertem Messing. Er trägt außen die Umschrift: „25 Jahre Junggesellenschützenkönig“ und innen halbrund „St. Lambertus Lantershofen“. Abgebildet ist der Wappenschild der Grafen von Blankart. Der Orden wird an einem grün-weißen Längsband getragen.

Goldjubilarsorden
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Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

gold

Inschrift:
"· 50 JAHRE · / JUNGESELLENSCHÜTZENKÖNIG / ST. LAMBERTUS / LANTERSHOFEN"

Symbolik:
Grünweißes Längsband
Rund
Blankartswappen


Der Goldjubilarsorden ist der protokollarisch zweitrangige Orden der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft. Seine Verleihung erfolgt anlässlich des 50. Jubiläums der Verleihung des Königsordens. Derzeit dürfen 8 ehemalige Schützenkönige diesen Orden führen.

Der Goldjubilarsorden ist genau wie der Silberjubilarsorden gestaltet, trägt jedoch die Aufschrift „50 Jahre Junggesellenschützenkönig“ und ist vergoldet.

Diamantjubilarsorden
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Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

diamant

Inschrift:
"60 JAHRE / JUNGESELLENSCHÜTZENKÖNIG / ST. LAMBERTUS / LANTERSHOFEN"

Symbolik:
Grünweißes Längsband
Stilisierter Brilliant
Blankartswappen


Ranghöchster Orden der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen ist der Diamantjubilarsorden, der zum 60. Jubiläum der Verleihung des Königsordens übergeben wird. Er ist der jüngste der Lantershofener Orden und wurde durch die Junggesellenschützengesellschaft im Jahr 2011, anlässlich des Diamantenen Königsjubiläums von Josef Franken gestiftet. Niemals zuvor hatte ein Schützenkönig der Gesellschaft dieses Jubiläum erreicht. Weitere Verleihungen des Diamantjubilarsordens erfolgten in den Jahren 2012 an Horst Schierack, 2014 an Hermann-Josef Efferz und 2016 an Heinz Dünker. Josef Franken ist zudem der einzige Inhaber aller fünf Lantershofener Schützenorden und konnte im Jahr 2016 sein Eisernes Königsjubiläum begehen.

Der Diamantjubilarsorden hat die stilisierte Form eines Brillanten. Aufschrift, Motiv und Band entsprechen – abgesehen von der Anpassung: „60 Jahre Junggesellschützenkönig“ – den beiden anderen Jubilarsorden. Der Entwurf stammt vom damaligen 1. Offizier der Gesellschaft Robin Grießel. Der Orden aus versilbertem Messing ist zusätzlich gesandelt und poliert.

 

Vorstandsmedaille der Ahrweiler Junggesellenschützengesellschaft
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Eine Beschreibung von Stefan Dünker:

Bild folgt noch!

Inschrift:
"JUNGGESELLENSCHÜTZEN AHRWEILER / 1612"

Symbolik:
Rotweißes Querband
Oval
Heiliger Laurentius von Rom


Dieser Orden stellt einen Sonderfall dar. Anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Ahrweiler Junggesellenschützengesellschaft im Jahr 2012 hatten die Lantershofener Junggesellen dem jeweils amtierenden Hauptmann der Ahrweiler Junggesellen, als Ausdruck der tiefen inneren Verbundenheit der beiden Brudervereine, das außerordentliche Recht verliehen, während seiner Amtszeit den Lantershofener Hauptmannsorden zu tragen. Die Ahrweiler Junggesellenschützen revanchierten sich im Folgejahr für diese Ehrung mit der Verleihung des Tragerechtes ihrer Vorstandsmedaille durch den jeweils amtierenden Lantershofener Hauptmann für die Zeit seiner Amtsausübung. Dieser Orden ist durch die Geschäftsordnung der Lantershofener Junggesellen vom Trageverbot vereinsfremder Orden ausdrücklich ausgenommen.

Die silberne Ahrweiler Vorstandsmedaille hat eine ovale Form. Sie trägt die Umschrift „Junggesellenschützen Ahrweiler“ und an ihrer Unterseite die Jahreszahl „1612“, das Jahr der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Ahrweiler Junggesellenschützen. Ihr zentrales Motiv zeigt den heiligen Laurentius von Rom, den Schutzpatron der Ahrweiler Junggesellenschützen und der Ahrweiler Kirche in typischer Darstellung mit ausgebreiteten Armen, gekleidet in das Gewand eines Diakons, mit Nimbus und einem Rost als Symbol seines Martyriums. Der Orden wird an einem Querband in Rot-Weiss, den Farben der Stadt Ahrweiler, welche sich aus den Wappenfeldfarben Kurkölns und der Grafen von Are – einstiger Lehnsherren der Stadt – ableiten, getragen.